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Landschaftsfotografie

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 12-100mm F4.0 IS PRO • F7.1 • 1/1000 • ISO 200

Meine fotografische Karriere habe ich als klassischer Landschaftsfotograf begonnen. Nach und nach, und vor allem mit dem Einstieg in die Welt der Multivision, habe ich mich jedoch auch mit der Reisefotografie und dem Storytelling beschäftigt. Denn gerade eine Multivision lebt aus meiner Sicht vom Erzählen, Mitfiebern, von Authentizität sowie von persönlichen Blicken hinter die Kulissen.

Doch am liebsten kehre ich immer wieder zu meinen Wurzeln und meiner wahren Leidenschaft zurück: dem Porträtieren einzigartiger und wenig besuchter Landschaften. Durch einen leicht künstlerischen Stil möchte ich diese Regionen dabei so zeigen, wie ich sie empfunden habe, und damit meine Faszination für die Schönheit unseres Planeten ausdrücken.

Häufig werde ich gefragt, was denn die Geheimnisse solch besonderer Landschaftsaufnahmen sind. Mit einer vollständigen Antwort könnte ich ein ganzes Buch füllen, daher möchte ich mich hier an dieser Stelle auf die vier wesentlichen Zutaten beschränken:

Ein Kollege hat einmal folgende Rechnung aufgemacht: Ein Foto besteht aus den Komponenten „Motiv“, „Stimmung“ und „Technik“. Für jede Komponente kann man maximal 10 Bewertungspunkte erhalten, wobei man erst bei über 20 Bewertungspunkten von einem guten Bild sprechen kann.

Für mich spielt dazu noch die Komponente „Emotion“ mit weiteren 10 Punkten eine wichtige Rolle. Grundsätzlich versuche ich bereits mit 10 Motivpunkten zu starten.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 12-100mm F4.0 IS PRO • F9.0 • 1/400 • ISO 200

Motiv/spektakuläre Landschaft

Besonders wohl fühle ich mich in einsamen, weit entfernten Landschaften, bevorzugt in vulkanischen Regio-nen, die so wirken, als wären sie nicht von dieser Welt. Dort fühle ich mich meinem Traum einer Reise zum Mond am nächsten und kann am besten fotografieren. Deswegen verbringe ich viel Zeit mit der Recherche und Suche, um genau solche Orte zu finden. Noch mehr Aufwand benötigen dann die Reisen bis hin zu einer Expedition in diese Regionen, jedoch mit dem Hintergrund, dass diese Mühe mit 10 Motivpunkten belohnt werden könnte.

Wie in dem Beispiel des eher selten besuchten, südlichen Teils der Atacama-Wüste in Chile. Besonders spek-takulär sind dort die zahlreichen Lagunen mit dem i-Tüpfelchen von schneebedeckten Gipfeln im Frühjahr, also maximale Punktzahl für den sich in der Laguna Rosa spiegelnden Vulkan Tres Cruzes.

Aus meiner Sicht ist es daher wichtig, dass Ihr Euch Landschaften und Gegenden sucht, die zu Euch passen und in denen Ihr Euch wohl fühlt, sodass Ihr das in entsprechende Bilder umsetzen könnt.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 40-150mm F2.8 PRO • F2.8 • 1/125 • ISO 1250

Stimmung/Licht

In der Fotografie bestimmt das Licht die Stimmung. Dabei sorgt die Sonne im Rücken für perfekt beleuchte-te Landschaften. Wohingegen Seitenlicht ideal für dramatisch wirkende Schatten und Gegenlicht sorgt und sich unter anderem gut für spektakuläre Sonnenauf- und -untergänge eignet.

Wie hier in meinem Beispiel, die Silhouette des höchsten Vulkans Nordamerikas, des mexikanischen Ori-zabas, der sich im ersten goldenen Morgenlicht der aufgehenden Sonne abzeichnet und somit 10 Punkte wert ist.

Genauso wichtig ist die jeweilige Wetterstimmung an dem Motiv wie strahlender Sonnenschein, dekorative Wölkchen, mystischer Nebel und dramatischer Regen. Wichtig ist es daher jeweils rechtzeitig vor Ort zu sein. Dann habt Ihr genügend Ruhe und Zeit um zum einen die ideale Komposition zu suchen und um zum anderen auf die gewünschte Stimmung zu warten.

Technik(en)

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO • F14.0 • 1/10 • ISO 200

 

Linienführung/Tiefer Standpunkt

Wenn Ihr demnächst ein paar Bilder anschaut, dann stellt Euch doch einmal selber diese Fragen: Wo steigt Ihr mit den Augen in das Foto ein, wo steigt Ihr wieder aus? Werdet Ihr in das Bild hineingezogen und wa-rum? Wie wandert Euer Blick zum Hauptmotiv? Ruht der Blick auf einem Motiv oder wandert er unruhig hin und her ohne einen Fixpunkt zu finden?

Bei dem beeindruckenden Foto des Svartifoss-Wasserfalles auf Island führt z. B. der tiefe Standpunkt direkt über der Wasseroberfläche, in Kombination mit der Linienführung der Strömung, das Auge des Betrachters direkt in das Bild hinein und lässt ihn gleichzeitig die Kraft und Wucht dieses Naturschauspiels erspüren.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO • F7.1 • 1/150 • ISO 200

Vordergrund/Weitwinkel:

„Vordergrund macht Bild gesund“ lautet eine alte und immer noch gültige Fotografenweisheit. Durch einen nah an der Linse liegenden markanten Vordergrund, wird einem Landschaftsfoto Tiefe und Spannung ver-liehen. In Verbindung mit dem bereits genannten tiefen Blickwinkel, wird der Blick des Betrachters über die-ses Objekt im Vordergrund geschickt in das Bild hineingeleitet. 

Wie in dem Beispiel aus der Maranjab-Wüste im Iran, wo ich mit meinem M.Zuiko 7-14mm F2.8 PRO Objek-tiv direkt bis an die Salzwaben herangegangen bin, um den Blick über die Wabe in die Weite der Wüste bis hin zur aufgehenden Sonne zu leiten. 

Hierbei habe ich vor allem das variabel drehende Klappdisplay meiner OM-D E-M1 Mark II geschätzt, welches mir das Liegen in dem nassen und aggressiven Salz entspannt erspart hat.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 12-100mm F4.0 IS PRO • F6.3 • 1/5000 • ISO 200

Größenbezugspunkt:

In großen und weiten Landschaften arbeite ich gerne mit einem Größenbezugspunkt. In dem Beispielfoto führen die Personen im Vordergrund so dazu, dass die enormen Ausmaße des fantastischen Kaukasus-Gebirges deutlich sichtbarer werden. Die dem menschlichen Auge bekannte Bezugsgröße lässt den Betrach-ter die tatsächlichen Größen erkennen. Neben einer Person könnten das auch ein Zelt, ein Tier oder ein Rucksack sein.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 12-40mm F2.8 PRO • F2.8 • 1/4000 • ISO 200

Blende, Unschärfe:

In einem Landschaftsfoto führt eine durchgehende Schärfe eher zu einer zweidimensionalen Bildwirkung. Deshalb arbeite ich gerne ab und an mit einer offenen Blende, wie z. B. in dem Bild der fantastischen Land-mannalaugar Landschaft auf Island. Der unscharfe Vordergrund führt dabei zu einem natürlichen Rahmen und verleiht dem Bild eine dreidimensionale Tiefe.

Emotionen

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 12-100mm F4.0 IS PRO • F6.3 • 1/1600 • ISO 200

Belichtung:

Schon Ansel Adams hat gesagt, dass er mit seinen Bildern ausdrücken möchte, was er gefühlt und nicht das, was er gesehen hat. Um diese Emotionen auszudrücken arbeite ich teilweise schon direkt bei der Aufnahme mit einer bewussten Über- oder Unterbelichtung. In meinem Beispiel aus Papua-Neuguinea habe ich den ge-fühlten dramatischen und flammenden Untergang bewusst ein paar Blenden unterbelichtet, um zum einen das goldene Licht zu verstärken, die Palmen auf Silhouetten zu reduzieren und zum anderen um die Sonne als weißen, glühenden, energiespendenden Ball zu zeigen.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 9-18mm F4.0-5.6 • F4.0 • 1/40 • ISO 800

Bildbearbeitung:

Die wesentliche Arbeit in Bezug auf die gewünschten auszudrückenden Emotionen erfolgt bei mir jedoch im Rahmen der Bildbearbeitung. Jede Tour bekommt dabei von mir ihre eigene entsprechende Bildsprache. Meine Fotos aus dem quirligen Japan habe ich z. B. sehr bunt bearbeitet, die Bilder aus der lebensfeindlichen Danakil Wüste in Äthiopien hingegen deutlich entsättigt. 

Ein gutes Beispiel für die Möglichkeiten im Rahmen der „emotionalen Bildbearbeitung“ sind die beiden un-terschiedlichen Versionen des Lavasees Erta Ale. In der ersten „meiner“ Version habe ich durch wärmeres Licht und eine hohe Dynamik einen deutlich weicheren und freundlicheren Eindruck erzeugt. Die zweite Version wirkt aufgrund höherer Kontraste und eher kälterer Farben hingegen viel dramatischer.

Abschlusssatz

Mein wichtigster Tipp aber vielleicht lautet: Üben Üben Üben. Schaut Euch möglichst viele Bilder anderer Fotografen an. Was gefällt Euch, was nicht und warum? Sucht nach den genannten Regeln und Mustern in den Bildern.

Vor allem aber geht raus und fotografiert. Beginnt damit Motive, die euch gefallen, nach zu fotografieren um anschließend Eure eigene Interpretation zu finden. Ich zum Beispiel lerne am meisten, wenn ich hier und da mal ein paar Bilder ohne große Komposition, sondern nur aus dem Bauch heraus mache. Bei der anschlie-ßenden Betrachtung und Analyse, zu Hause am Rechner, erkenne ich sehr schnell was funktioniert und kann dies gezielt beim nächsten Mal erfolgreich anwenden.

Am allerwichtigsten allerdings sind der Spaß und die Freude am Fotografieren. Diese Begeisterung überträgt sich nämlich auch auf Eure Bilder und so entstehen – unter Berücksichtigung der genannten Tipps – schon fast automatisch gute Fotos. In diesem Sinne: Viel Spaß und gut Licht!



Vorgestellte Produkte: 

E-M1 Mark II

M.Zuiko Digital ED 12-40mm F2.8 PRO

M.Zuiko Digital ED 12-100mm F4.0 IS PRO

M.Zuiko Digital ED 9-18mm F4.0-5.6

M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO

M.Zuiko Digital ED 40-150mm F2.8 PRO

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