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Eigenschaften, die man lieben sollte

Viele gehen ins Fotogeschäft und wollen sich eine neue Kamera kaufen. Dabei wird in der Regel immer auf folgende Sachen geachtet: Ergonomie, Haptik, Sensor, Megapixel, Dynamik, Rauschen, Menü und Objektivpark. Selbstverständlich sind diese Eigenschaften für Fotografen wichtig, aber die wenigsten achten auf die Funktionen, also was die Kamera unter der Haube hat. Als ich 2014 auf das Olympus-System umgestiegen bin habe ich im Olympus-Prospekt Funktionen gelesen, die für mich nicht so wichtig waren. Ich dachte in dem Moment „Live Bulb / Time und Live Composite“ braucht man nicht, das sind bestimmt Spielereien. Wenn man mich heute fragen würde, ob ich diese Funktionen brauche und nutze, würde ich mit Ja antworten!

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO • F6.3 • 1 sec • ISO 200

Im Gespräch über Langzeitbelichtung mit Fotografen, die keine Olympus nutzen, sage ich immer: „Ich muss nicht rechnen, wie lange ich belichte — ich schaue auf mein Display und wenn die Belichtung passt, habe ich mein Bild“. Danach kommt die Frage „Wie machst du das?“ und ich antworte: „Die Zauberfunktionen heißen ‚Live Bulb/ Time‘ und ‚Live Composite‘ und die hat nur Olympus!“. Das untere Bild ist nämlich an so einem Tag in Frankfurt am Main entstanden. Ich habe auf die richtige Lichtstimmung gewartet und mit der Hilfe der Live Composite Funktion, hat mir die Kamera Folgendes gezaubert. Ein Shoot — ein Bild.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO • F8.0 • 1 sec • ISO 200

Olympus ist der einzige Hersteller, der eine solche Langzeitbelichtungsfunktion anbietet! Ich bin vor ein paar Monaten im Schwarzwald an den Allerheiligen-Wasserfällen wandern bzw. fotografieren gewesen. Ich habe mein Setup aufgebaut und den Wasserfall mit der Live Time Funktion fotografiert.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO • F8.0 • 1/3 sec • ISO 200

Als ich alles einpackte und gehen wollte, kam ein Mann, der zufälligerweise auch Olympus-Fotograf war. Ich beobachte, wie er am Motiv vorgehen wollte. Zunächst stellte er alles auf und wollte augenscheinlich mittels Langzeitbelichtung fotografieren, weil er auf das Objektiv einen Graufilter geschraubt hatte. Ab dem Moment ist es für mich noch interessanter geworden! Ich wollte schauen, ob er die Live Time Funktion benutzen wird, und siehe da: Nein, er hat angefangen zu rechnen, „mit Blende X muss ich mit dem Graufilter X Sek. belichten“. Ich dachte in dem Moment „Oh mein Gott, er hat Live Time und er rechnet“. Also habe ich ihn drauf angesprochen, ob er die Funktion Live Time kennt. Er antwortete mit einem Ja, was jedoch für mich ein Nein bedeutete — da ihm die technische Kompetenz der Funktion nicht bekannt war. Daraufhin habe ich ihm die Funktion vor Ort erklärt. Was ich hier sagen möchte — es gibt Fotografen mit Olympus-Systemen, die die Funktion der Kamera nicht kennen bzw. nutzen.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO • F7.1 • 50 sec • ISO 640

Mag sein, dass es am Anfang nach Spielerei klingt, aber solche Funktionen sind Gold wert, da sie einem das Fotografenleben vereinfachen! Die Langzeitbelichtung ist nämlich eine experimentelle Fotografie, in der Regel sind die ersten paar Bilder nicht korrekt belichtet. Natürlich sollten wir nicht vergessen, dass das Stativ, der Fernauslöser oder die App (OI.Share) ein Must-have sind. Lasst mich die Funktionen euch grob erklären.

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO • F11.0 • 1/1.3 sec • ISO 200

Live Bulb/Time und Live Composite arbeiten ein bisschen anders. Als Erstes wird die Kamera auf festen Untergrund wie z. B. ein Stativ aufgestellt — Bildstabilisator abschalten, wählt euren Bildausschnitt und fokussiert. Wenn ihr mit Graufilter arbeitet, schaltet den Autofokus ab. Bis hierher gilt die klassische Vorgehensweise auch für Langzeitbelichtung und für Live Bulb/Time Live Composite. Erstens sollte eine Belichtungsmessung im Modus A, S oder M durchgeführt werden. Die Belichtungszeit muss zwischen 1/2 und 60 Sekunden liegen und diesen Wert merken wir uns. Jetzt wechseln wir in den jeweiligen Modus — drücken die Menütaste und stellen die Zeit ein, die wir uns vorhin gemerkt haben und bestätigen dies mit Okay. Jetzt wechselt die Kamera in den Live View Modus. Daraufhin lösen wir aus und sehen wie sich das Bild aufbaut — sehr simpel, das Ganze! Wir müssen nicht rechnen, wie lange wir belichten müssen, und die Live Composite Funktion addiert die jeweilige Lichtdifferenz und nicht wie üblich das gesamte vorhandene Licht. Das ist der Unterschied zum Live Bulb/Time. Also schnappt euch die Kamera, geht raus und probiert es aus, ihr werdet diese Funktionen lieben! Die Möglichkeiten, die wir hier haben, sind zahlreich! Lichtmalereien, Architekturbilder, Startrails und vieles mehr sind einfach realisierbar — Phantasie kennt keine Grenzen und das Coole daran: Die Aufnahmen sind im RAW- oder JPG-Format!

OM-D E-M1 Mark II • M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO • F8.0 • 8 sec • ISO 200

Mit diesem Zitat möchte ich abschließen: „Die Natur betrügt uns nie. Wir sind es immer, die wir uns selbst betrügen. “ – Jean-Jacques Rousseau

Vorgestellte Produkte:

OM-D E-M1 Mark II
M.Zuiko Digital ED 7-14mm F2.8 PRO

  • Anonymous
    Anonymous
    Toller Bericht mit wunderschönen Fotos, danke dafür. Die Amerikaner sagen Learning by Doing. Wann startet Ihr in Berlin einen Kurs der mir diese Funktionen näher bringt. Aber bitte nicht für 190,oo€ Gruß aus Teltow HANS-JÜRGEN HARTWIG
  • Anonymous
    Anonymous
    Endlich schreiben Sie mal was über ‚Live Composite‘. Diese hervorragende Funktion ist in mehreren Modell-Einführungen (auch von Olympus selbst) totgeschwiegen worden.
  • Anonymous
    Anonymous
    Bulb oder Blub? :-)
  • Er hat Recht, man nützt diese Funktionen zu wenig, aber im Winter ist das schwierig, nicht wegen der Kamera, sondern wegen der Kälte für die Person. Jetzt im Sommer gibt's dazu wieder mehr "warme" Möglichkeiten
  • Anonymous
    Anonymous
    Super Bericht! Ich finde es toll, dass auch mal etwas von diesen Funktionen berichtet wird.

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